Der TagLauterbach veranlasst Entschwärzung von RKI-Protokollen
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat sich für "maximale Transparenz" bei der Aufarbeitung der Corona-Pandemie ausgesprochen. Er habe veranlasst, dass die vom rechten Online-Magazin "Multipolar" durchgesetzte Veröffentlichung der Protokolle des Krisenstabs des Robert-Koch-Instituts (RKI) aus dieser Zeit nachträglich so weit wie möglich entschwärzt werden, sagte Lauterbach im "Deutschlandfunk". Demnach müsse das RKI jeden um Erlaubnis bitten, der in den Protokollen genannt wird oder dessen Interessen genannt werden. In einigen Wochen könne dann eine neue Fassung vorgelegt werden. Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass etwas verborgen bleibe, sagte Lauterbach dem Sender.
Nach einem langen Rechtsstreit mit "Multipolar" gab das RKI interne Sitzungsprotokolle seines Corona-Krisenstabs heraus. Für politische Sprengkraft sorgten vor allem Vermutungen über eine äußere Einflussnahme auf eine grundlegende Risiko-Einschätzung des RKI zu Beginn der Corona-Krise 2020. In einem Protokoll vom 16. März 2020 ist laut dem Bericht von einer vorbereiteten neuen Gefahreneinschätzung des RKI die Rede: "Es soll diese Woche hochskaliert werden. Die Risikobewertung wird veröffentlicht, sobald (Passage geschwärzt) ein Signal dafür gibt." Lauterbach wies den Vorwurf der Einflussnahme bereits zurück.