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Der Tag Logopäden in Hongkong wegen Peking-kritischer Kinderbücher verurteilt

10.09.2022, 12:30 Uhr

Ein Gericht in Hongkong hat fünf Logopäden wegen der Veröffentlichung regierungskritischer Kinderbücher zu 19 Monaten Gefängnis verurteilt. Die Anklagten wurden der Aufwiegelung schuldig gesprochen, wie das Hongkonger Bezirksgericht mitteilt. Es ging dabei um drei Comics über Schafe, die ihr Dorf gegen bedrohliche Wölfe verteidigen. Das Gericht sah darin Anlehnungen an Hongkongs Demokratieproteste von 2019, die blutig niedergeschlagen wurden. Die Staatsanwaltschaft argumentierte, dass die Kinderbücher ein Versuch der "Gehirnwäsche" seien und Hass gegen Festlandchina schüren könnten.

Die fünf Angeklagten, die auf nicht schuldig plädierten, waren Mitglieder der mittlerweile aufgelösten Gewerkschaft für Hongkonger Logopäden, unter deren Organisation die Kinderbücher publiziert wurde. Sie sitzen seit Juli 2021 in Untersuchungshaft und könnten bei vorzeitiger Entlassung bereits in rund einem Monat freikommen. Beobachter werten das Urteil als Beleg dafür, wie die Hongkonger Judikative die Grenzen der Meinungsfreiheit zunehmend einengt.

Quelle: ntv.de