Der TagMalaysia plant "islamisches Rehabilitationszentrum" für Homosexuelle
Wir schreiben das Jahr 2023 und dennoch hat sich Malaysia gedacht, dass es eine gute Idee wäre, demnächst ein "islamisches Rehabilitationszentrum" für Homosexuelle zu eröffnen. Es handele sich um das erste Zentrum dieser Art überhaupt in dem südostasiatischen Land, zitierte die Zeitung "Malay Mail" den Vorsitzenden des Komitees für islamische religiöse Angelegenheiten in der Region Johor, Fared Khalid. Was stolz klingt, ist ein Schlag ins Gesicht für alle Menschen, die sich der LGBTQ+-Gemeinschaft zugehörig fühlen. Und es steht in starkem Widerspruch zu Nachbarländern wie Thailand oder Singapur, in denen ein freundlicheres Klima für queere Menschen herrscht.
Malaysia ist ein multiethnisches Land mit einem muslimischen Bevölkerungsanteil von etwa 60 Prozent. Das Rechtssystem sowie auch die politischen Institutionen sind aber stark vom Islam geprägt. "Das Zentrum wird voraussichtlich im Juli nächsten Jahres voll betriebsbereit sein." Was genau in der Einrichtung passieren und wer dort aufgenommen werden soll, ließ Khalid offen. Konversionstherapien, bei denen unter anderem die sexuelle Orientierung eines Menschen verändert oder unterdrückt werden soll, sind in unseren Breitengraden zwar extrem umstritten. In vielen Ländern der EU sind sie verboten. Deutschland hat aber erst 2020 ein weitreichendes Verbot solcher Interventionen in Kraft gesetzt.