Der TagMann per Giftspritze hingerichtet, obwohl dies selbst die Staatsanwaltschaft verhindern wollte

Im US-Bundesstaat Missouri ist ein Mann per Giftspritze hingerichtet worden, obwohl es Zweifel an seiner Schuld gibt. Das teilt die Hilfsorganisation Innocence Project mit. Dabei hatten nicht nur die Anwälte des 55-Jährigen versucht, die Hinrichtung zu verhindern: Die Staatsanwaltschaft hatte sich dafür starkgemacht, dass er nicht exekutiert wird und stattdessen eine lebenslange Haftstrafe verbüßt. Auch die Familie des Opfers hatte sich gegen eine Hinrichtung ausgesprochen. Marcellus Williams war 2001 wegen Mordes an Lisha Gayle verurteilt worden, die 1998 in ihrem Haus erstochen worden war. In den vergangenen Jahren kamen erhebliche Zweifel an seiner Schuld auf. So seien etwa auf der Tatwaffe DNA-Spuren von Ermittlern gefunden worden, sagten die Anwälte des Mannes. Auch stütze sich die Verurteilung vor allem auf zwei nicht glaubwürdige Zeugen. Williams selbst bestritt, die Frau getötet zu haben. Vor dem Obersten Gericht des Landes sagte er, dass ihn die Geschworenenjury aufgrund seiner Hautfarbe diskriminiert und voreingenommen geurteilt habe - ohne Erfolg. Ein entsprechender Antrag wurde kurz vor der Hinrichtung abgelehnt.