Der TagMaschsee-Mörder in Düsseldorf gefasst
Die Polizei kann einen Erfolg bei der Fahndung nach dem sogenannten Maschsee-Mörder vermelden: Der 37-Jährige wurde in Düsseldorf gefasst, wie Sprecher von Polizei und Staatsanwaltschaft bestätigen. Warum ein Mörder auf freiem Fuß ist? Weil er seine Strafe abgesessen hat und wieder auf freiem Fuß war. Gefahndet wurde nach ihm, weil er kurz nach seiner Freilassung seine Freundin misshandelt haben soll. Die "Bild"-Zeitung hatte zuvor berichtet. Gegen den Mann besteht laut Staatsanwaltschaft ein dringender Tatverdacht wegen Geiselnahme und gefährlicher Körperverletzung. Grundlage sei die Aussage seiner Lebensgefährtin. Er befinde sich inzwischen in Untersuchungshaft.
Etwas Hintergrund noch zum Maschsee-Mord: Die Tat hatte weit über die Grenzen der Landeshauptstadt Hannover die Menschen erschüttert. Der heute 37-Jährige hatte im Jahr 2012 eine 44-jährige Prostituierte getötet, zerstückelt und die Leichenteile in den Maschsee geworfen. Pure Mordlust habe ihn getrieben, stellte das Landgericht Hannover damals fest. Es wies den Mann 2013 in die Psychiatrie ein und verurteilte ihn zu zwölf Jahren Haft wegen Mordes. "Er wollte sehen, wie jemand stirbt, es ging ihm darum, die Kälte des Todes zu spüren", sagte der Vorsitzende Richter bei der Verurteilung. Das Gericht stufte den von Gewaltfantasien getriebenen damals 25-Jährigen aufgrund einer schweren Persönlichkeitsstörung und wegen seines Alkohol- und Drogenmissbrauchs als vermindert schuldfähig ein. Deshalb verhängten die Richter trotz der Verurteilung wegen Mordes keine lebenslange Haftstrafe. Nur bei einer Heilung sollte er auf freien Fuß kommen, hieß es damals. Daran dürfte es jetzt wohl zumindest Zweifel geben, ob das gelungen ist. Zudem sollte der Mann eigentlich unter "Führungsaufsicht" sein, also von Fachleuten "engmaschig betreut und unterstützt" werden, wie der NDR kurz nach der Freilassung berichtete.