Der TagMassaker hinter Gittern: Über 100 Tote bei Bandenkämpfen in Ecuador
Verfeindete Gangs haben in einem Gefängnis nahe der ecuadorianischen Stadt Guayaquil ein Blutbad angerichtet: 116 Gefangene kamen bei gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen kriminellen Banden in der Haftanstalt Guayas N1 ums Leben, wie die Staatsanwaltschaft des südamerikanischen Landes mitteilte. Weitere 78 Gefangene und zwei Polizisten seien bei den Kämpfen verletzt worden. "Es ist eine Tragödie, dass die kriminellen Banden im Kampf um die Kontrolle so weit gehen", sagte der Leiter des Strafvollzugs, Bolívar Garzón, im Radiosender FM Mundo. Mehrere Opfer sollen enthauptet worden sein.
Soldaten zogen einen Sicherheitskordon um die Haftanstalt, um die Arbeit der Ermittler und Forensiker abzusichern. Bei den Bandenkämpfen kamen demnach auch Schusswaffen und Sprengsätze zum Einsatz. Spezialeinsatzkräfte der Polizei brachten die Haftanstalt danach wieder unter ihre Kontrolle. Rund 400 Beamte seien an dem Einsatz beteiligt gewesen, sagte Polizeichef Fausto Buenaño. Die Polizisten seien beschossen worden. Bei dem Einsatz wurden demnach Schusswaffen, Messer, Munition und Drogen sichergestellt.
Den Banden gelinge es immer wieder, Waffen in das Gefängnis zu schmuggeln, räumte Garzón ein. Er war zum Zeitpunkt des Massakers gerade einmal einen Tag im Amt.