Der TagMichelle Phillips wird 80

Die Kalifornierin Michelle Gilliam war ein Teenager, als sie 1961 in San Francisco den Gitarristen John Phillips kennenlernte. Die damals 17-Jährige verliebte sich in den Musiker, im Jahr darauf wurde sie seine Ehefrau und Bandkollegin. Zusammen mit dem Kanadier Denny Doherty und der US-Sängerin Cass Elliot nannten sie sich 1965 The Mamas and the Papas - und stürmten mit Hits wie "California Dreamin'", "Monday, Monday" und "Dedicated to the One I Love" die Charts. Michelle Phillips, die morgen 80 Jahre alt wird, ist das einzige noch lebende Gründungsmitglied des legendären Folkrock-Quartetts.
Im Oktober 2022 wurde der bereits 1974 verstorbenen Elliot auf Hollywoods Walk of Fame eine Sternenplakette gewidmet. Phillips erinnerte an ihre erste Begegnung im Jahr 1965: Das sei für beide auch der erste LSD-Trip und der Beginn einer engen Freundschaft gewesen, so Phillips. John Phillips starb 2001 im Alter von 65 Jahren, Doherty 2007 mit 66 Jahren. The Mamas and the Papas waren sensationell erfolgreich: Mit ihrem poppigen Folkrock prägten sie die Hippie- und Flower-Power-Bewegung. Bis 1968 stürmten sie die Hitparaden, doch ihre Freundschaft zerbrach bald unter dem Erfolgsdruck. Schlusspunkt war 1968 die Scheidung von John und Michelle. In ihren Memoiren 1986 "California Dreamin’" packte Phillips über ihre turbulente Ehe mit Seitensprüngen, Drogenexzessen und häuslicher Gewalt aus.
Nach dem Ende von The Mamas and the Papas startete Phillips als alleinerziehende Mutter, gerade Mitte zwanzig, neu durch. Als Sängerin brachte sie 1977 noch ein Soloalbum heraus, doch beruflich schwenkte sie auf Schauspielerei um. Ihren ersten Filmauftritt hatte sie 1971 in "The Last Movie" unter der Regie von Dennis Hopper, der ihr zweiter Ehemann wurde. Doch die Ehe mit dem Hollywood-Star hielt nur acht Tage. Über dieses Kapitel will sie nicht sprechen, schwärmt aber von ihren Beziehungen mit Warren Beatty und Jack Nicholson. Mehrere Jahre stand sie für die TV-Serie "Unter der Sonne Kaliforniens" vor der Kamera. Die mehrfache Großmutter betont: "Das Wichtigste sind meine Kinder und Enkelkinder." Der Rest sei Vergangenheit.