Der Tag

Der TagMissbrauchsfall in Thüringen "sprengt alles"

08.04.2026, 15:12 Uhr

Der Fall macht fassungslos: Ein 46-Jähriger hat vor dem Landgericht Erfurt eingeräumt, sich an seinen Stiefkindern vergangen zu haben. Hunderte Male soll er seine Stieftochter sexuell missbraucht, sie und ihren Halbbruder dazu gebracht haben, sexuelle Handlungen aneinander vorzunehmen und die Taten zum Großteil gefilmt haben unter dem perfiden Vorwand, mit dem Verkauf der Aufnahmen Geldprobleme der Familie zu lösen. Der Mann aus Ilmenau hatte sich laut seiner Verteidigerin zunächst nicht äußern wollen. Doch nachdem ihm der Vorsitzende Richter deutlich machte, dass die Beweislage angesichts von Hunderten Videos erdrückend ist, räumte der Angeklagte die Vorwürfe ein. "Dieses Verfahren sprengt alles, was die Kammer je erlebt hat", sagt der Vorsitzende Richter der Jugendschutzkammer Holger Pröbstel.

Die Vorwürfe sind umfassend: So wird dem Mann über den Missbrauch hinaus unter anderem zur Last gelegt, einer Freundin der Stieftochter über einen Fake-Account bei Instagram geschrieben und vorgegeben zu haben, ein 21-Jähriger zu sein, der ihr Geld gegen Nacktaufnahme bot. Außerdem wurden bei einer Wohnungsdurchsuchung Speichermedien mit Tausenden kinder- und jugendpornografischen Aufnahmen gefunden. Aufmerksam wurden die Ermittler auf den Mann durch einen Hinweis aus den USA, nachdem dort Daten einer einschlägigen Online-Plattform ausgewertet worden waren. Mehr dazu hier.

Quelle: ntv.de