Der TagMondstaub als Sonnenschutz? So wollen US-Forscher die Erderwärmung stoppen

Vielleicht bin ich durch Filme oder das Ende der Dinosaurier etwas zu sehr beeinflusst, aber was US-Forscherinnen und Forscher gegen die Erderwärmung ausgeheckt haben, klingt wie der Anfang einer dystopischen Zukunftsversion: Sie schlagen in einer Studie vor, einen Teil der Sonnenstrahlen mit Mondstaub zu blockieren, um die Temperatur auf der Erde zu senken. Die Erderwärmung muss dem Weltklimarat zufolge auf 1,5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter begrenzt werden, um katastrophale Folgen zu verhindern. Mondstaub schirme "mit wenig Masse viel Sonnenlicht ab", sagte der Hauptautor der in der Zeitschrift "PLOS Climate" veröffentlichten Studie, Ben Bromley. Sogenannte Geoengineering-Konzepte sind nicht neu, aber wurden lange eher belächelt. Doch da es uns nicht gelingt, die Treibhausgasemissionen deutlich zu senken, rücken auch eher als "verrückt" angesehene Ideen wie Mondstaub, künstliche Wolken und mehr wieder in den Fokus der Wissenschaft.
Nicht unwichtig vor einer Mond-Bergbau-Staub-Euphorie: Die Studienautorinnen und -autoren betonen, dass es ihnen lediglich darum ging, die potenziellen Auswirkungen zu berechnen - und nicht um die logistische Machbarkeit. "Wir sind keine Experten für Klimawandel oder Raketenwissenschaft", betonte Bromley. Die Reaktionen auf die Studie fallen unterschiedlich aus von Skepsis bis großen Zweifeln an der Machbarkeit. Die Haltung der emeritierten Atmosphärenforscherin Joanna Haigh vom Imperial College London finde ich persönlich am schlüssigsten: Die Studie lenke vom eigentlichen Problem ab. Sie suggeriere, die Umsetzung solcher Ideen könnte die Klimakrise lösen, sagte sie.