Der TagMordprozess: Pfleger habe sich als "Herr über Leben und Tod" aufgespielt
Ein Fall, der seit dem Morgen am Landgericht Aachen verhandelt wird, erinnert etwas an den "Todespfleger" Niels Högel, der in mehreren Krankenhäusern unzählige Patientinnen und Patienten getötet hat - um sich selbst als großen Retter inszenieren zu können. Doch ist die Motivlage bei dem angeklagten Pfleger in diesem Fall eine andere: Er soll laut Anklage neun Menschen mit Überdosen an Schmerz- und Beruhigungsmitteln getötet haben, weil er schlichtweg "wenig Arbeitsaufwand" während seiner Schicht haben wollte. Der 44-Jährige habe sich bei seiner Arbeit in Würselen als "Herr über Leben und Tod" aufgeschwungen, sagte Staatsanwalt Marius Saalmann zu Beginn des Prozesses. Er habe sich "genervt und gestört" gefühlt von den todkranken Menschen auf der Palliativ-Station. Im Gegensatz zum Serienmörder Högel, der jahrelang an verschiedenen Kliniken Menschen bis zum Tod gequält hat, wurde der 44-Jährige in Würselen deutlich schneller gestoppt. Alle Taten - neunfacher Mord und 34-facher Mordversuch - sollen sich innerhalb weniger Monate zugetragen haben - zwischen Ende Dezember 2023 und Mai 2024.