Der TagMutig: Iranische Zeitung wirft Regime Verhaftung von Ärzten vor
Eine iranische Zeitung hat ungewöhnlich kritisch über die Inhaftierung von Medizinern im Zusammenhang mit den jüngsten Massenprotesten berichtet. Die dem reformorientierten Lager zugeordnete Zeitung "Shargh" veröffentlichte die Namen von 25 Ärztinnen, Ärzten und Beschäftigten des Gesundheitswesens, die Anfang Januar festgenommen worden waren.
Menschenrechtler und Aktivisten hatten in den vergangenen Wochen berichtet, dass Medizinern, die verletzte Demonstranten behandelt hatten, Konsequenzen drohen. Offizielle Stellen erklären in dem Bericht der Zeitung, dass es keinen Zusammenhang zwischen ärztlicher Behandlung und juristischen Folgen gebe. "Wir kennen keinen Fall, in dem jemand irgendwo behandelt hat und daraufhin inhaftiert wurde", sagte etwa der Präsident der iranischen Ärztevereinigung. Nachforschungen der bekannten Reporterin Nilufar Hamedi, die den Bericht verfasst hat, lassen aber auch kritische Stimmen zu Wort kommen. Ein anonym zitierter Arzt verteidigt die Behandlung von Demonstranten. "Ob im Krankenhaus, in der Praxis, zu Hause oder auf der Straße, es macht keinen Unterschied", sagt er.