Der TagMutmaßlicher "Finanzier" des Ruanda-Völkermords vor UN-Gericht
26 Jahre war Félicien Kabuga auf der Flucht. Er gilt als einer der mutmaßlichen Drahtzieher hinter dem Völkermord in Ruanda und wurde am 16. Mai 2020 in Frankreich verhaftet. Nun muss er sich vor einem UN-Gericht in Den Haag verantworten. Dem weit über 80 Jahre alten Geschäftsmann wird laut der heutigen ersten Anhörung Völkermord sowie Beihilfe und Anstiftung dazu in etlichen Fällen vorgeworfen.
Kabuga soll die Hutu-Miliz Interahamwe finanziert und mit Hieb- und Stichwaffen ausgerüstet haben, die 1994 einen Großteil der Morde an mindestens 800.000 Tutsi und gemäßigten Hutu verübte.
Der Angeklagte soll zudem direkt für den in den Genozid verstrickten Radio- und TV-Sender RTLM und dessen öffentliche Aufrufe zu Massakern an der Tutsi-Minderheit verantwortlich gewesen sein.
Der Beschuldigte wies die Vorwürfe bereits vor der Anhörung zu seinem Prozess vor dem sogenannten UN-Mechanismus für Kriegsverbrechertribunale IRMCT als „Lügen“ zurück.
Kleine Watch-Empfehlung: Die Netflix Doku-Serie "World's Most Wanted" beschäftigt sich in einer Folge mit Kabuga, der so lange untertauchen konnte.