Der TgaMutter von neunjährigem Magdeburger Anschlagsopfer sagt unter Tränen aus
"Unser Leben ist zerstört." Im Prozess gegen den Todesfahrer vom Magdeburger Weihnachtsmarkt hat die Mutter des getöteten Neunjährigen als Zeugin ausgesagt. Unter Tränen, mit einem Kuscheltier vor sich und ihrem Partner an der Seite, berichtete sie, wie sie ihren Kindern 50 Euro in die Hand gedrückt habe, damit sie allein über den Markt gehen können. Nachdem sie den Anschlag mitbekommen habe, sei sie schreiend auf die Suche nach dem Neunjährigen und seinem großen Bruder gegangen. Immer wieder unterbrach die Zeugin ihre Aussagen, wendete ein Taschentuch hin und her. Die Familie war einige Monate vor dem Anschlag aus Bayern nach Niedersachsen gezogen.
Sie hatte sich gewünscht, dem Angeklagten im Gerichtssaal nicht ins Gesicht sehen zu müssen. Deshalb wurden, als sie in den Raum kam, kurzzeitig graue Sichtschutzwände vor der Glaskabine aufgestellt, in der Taleb A. während der Verhandlungen sitzt. Während der Aussage der Mutter senkte der Angeklagte seinen Kopf so weit nach vorn, dass sein Gesicht kaum noch zu sehen war. Der Vorsitzende Richter, Dirk Sternberg, drückte der Zeugin seinen großen Respekt dafür aus, dass sie die Kraft gefunden habe, vor Gericht überhaupt etwas zu sagen. Es sei schwer, Worte für das zu finden, was geschehen sei.