Der TagNRW-Innenminister Reul: Taliban-Auftritt hätte nicht verhindert werden können

Der Auftritt eines hochrangigen Taliban-Funktionärs in der Kölner Ditib-Moschee in der vergangenen Woche hat für große Empörung gesorgt - und er hätte gar nicht verhindert werden können? Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul zeigt sich verwundert über Aufregung aus der Bundesregierung über den Auftritt in Köln. "Wir hätten in diesem Fall gar nicht einschreiten können und den Auftritt verhindern können, auch wenn wir es gewollt hätten", sagte der CDU-Politiker. Der Generalbundesanwalt bewerte die Taliban nicht als terroristische Vereinigung, sagte Reul. Der NRW-Innenminister spielt den Ball zurück nach Berlin: Die Taliban seien außerdem in Deutschland nicht mit einem Betätigungsverbot nach dem Vereinsgesetz belegt, also verboten. "Diese Bewertungen obliegen den Bundesbehörden", sagte er. Das "ganze große Entsetzen aus der Bundespolitik - für mich wirkt das manchmal wie Theater, denn das Problem ist hausgemacht." Ein Auftritt wie in Köln könnte demnach immer wieder passieren und nach derzeitigen Erkenntnissen habe es dort keine strafrechtlich relevanten Äußerungen gegeben.
Das Auswärtige Amt identifizierte den Mann als Abdul Bari Omar. Er ist Leiter der afghanischen Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde. Die Ditib distanzierte sich von dem Auftritt.