Der TagNSU-Ausschuss sieht grobe Fehler der Behörden
Auch der zweite Thüringer NSU-Untersuchungsausschuss hat die Sicherheitsbehörden scharf kritisiert. Der Landesverfassungsschutz habe sich zwar nicht direkt an Straftaten von Rechtsextremen beteiligt, doch er habe durch sein Verhalten solche Gesetzesverstöße begünstigt, heißt es im Wertungsteil des Abschlussberichtes. Dieser Wertungsteil wurde nach dpa-Informationen mit den Stimmen von Linken, SPD und Grünen angenommen. Die Vertreter von CDU und AfD stimmten nicht zu.
In dem Bericht steht auch, dass einzelne Polizisten bei den Ermittlungen zur Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrunds grobe Fehler gemacht hätten. Zum Beispiel, als 2011 das Wohnmobil und die Leichen der Rechtsterroristen Uwe Mundlos undUwe Böhnhardt gefunden wurden. Der Leiter des Polizeieinsatzes habe das Wohnmobil noch vor dem Eintreffen der Spurensicherung betreten, dadurch seien Spuren beeinträchtigt oder vernichtet worden. "So geht man vielleicht mit einer Trophäe um, aber nicht mit einem Tatort."