Der TagNach Fahrerflucht: Autofahrer muss acht Jahre in Haft
Ein Autofahrer fährt einen Radfahrer an - und lässt den Sterbenden einfach liegen: Dafür hat das Aachener Landgericht den Autofahrer wegen versuchten Mordes durch Unterlassen zu acht Jahren Haft verurteilt. Ein Mitangeklagter, der ihm beim Vertuschen der Tat geholfen hatte, erhielt wegen Beihilfe eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren, wie ein Gerichtssprecher sagte. Der 19 Jahre alte Radfahrer war am Unfallort gestorben. Das Urteil sei überraschend noch am späten Donnerstagabend gefallen. Da der nächste Verhandlungstag erst für Anfang April geplant gewesen sei, habe die Kammer wegen der derzeitigen Unwägbarkeiten durch die Corona-Krise den Prozess zeitnah abschließen wollen, sagte der Sprecher.
Laut Urteil waren die beiden Männer im September 2019 nachts mit ihren Autos auf einer dunklen Landstraße in Würselen hintereinander hergefahren. Beide waren angetrunken und hatten jeweils keinen Führerschein. Als der Radfahrer die Straße kreuzte, erfasste ihn der Wagen des 35-Jährigen. Der Autofahrer stieg aus und sah den reglosen Radler auf der Straße liegen. Doch anstatt Hilfe zu holen, rief er seinen Bekannten an, der inzwischen weitergefahren war. Der 42-Jährige kehrte mit einem Abschleppseil zurück und half seinem Kumpel, dessen kaputtes Auto wegzubringen und zu verstecken.