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Der TagNach Kritik an Trump-Berichterstattung: US-Radio suspendiert Redakteur

17.04.2024, 09:10 Uhr

25 Jahre arbeitet Uri Berliner schon für die nichtkommerzielle US-Rundfunkgruppe National Public Radio. Ob er das noch viel länger machen wird, ist aber mehr als fraglich. Der Grund: Der leitende Redakteur in der NPR-Wirtschaftsredaktion hat in der vergangenen Woche seinem Ärger über seinen Arbeitgeber in einem Essay für die Nachrichtenseite "The Free Press" Luft gemacht. Darin behauptet er, NPR vertrete liberale Standpunkte und zeige zunehmend wenig Toleranz für abweichende Meinungen. Diejenigen, die NPR hörten, fänden die destillierte Weltanschauung eines sehr kleinen Teils der US-Bevölkerung vor. Das treffe insbesondere auf Beiträge über den ehemaligen Präsidenten Donald Trump, über die Anschuldigungen gegen den Sohn des aktuellen Präsidenten, Hunter Biden, sowie über die Corona-Pandemie zu. Für seinen Artikel erhielt Berliner Zuspruch von konservativen, medienkritischen Aktivisten.

Das Medienhaus lässt die Kritik nicht auf sich sitzen. Berliner sei für fünf Tage ohne Bezahlung suspendiert worden, schrieb der NPR-Medienkorrespondent David Folkenflik. Der Redakteur soll demnach gegen die Unternehmensrichtlinien verstoßen haben, wonach die Arbeit für externe Nachrichtenorganisationen genehmigt werden müsse. Berliner teilte NPR mit, dass er keinen Einspruch gegen die Suspendierung einlegen werde.

Quelle: ntv.de