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Der TagNachbar mit Beil erschlagen - Täter muss nicht ins Gefängnis

13.03.2026, 15:00 Uhr

Ein halbes Jahr nach der Ermordung eines 62-Jährigen mit einem Beil in Hamburg-Moorwerder hat das Landgericht den Täter in eine geschlossene psychiatrische Klinik eingewiesen. Der 42 Jahre alte Beschuldigte sei bei der Tat am 29. September vergangenen Jahres schuldunfähig gewesen, erklärte die Vorsitzende Richterin Jessica Koerner in der Urteilsbegründung. Der Ukrainer leide nach Feststellung eines Sachverständigen seit längerem unter einer paranoiden Schizophrenie.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte sich der 42-Jährige im Hauseingang einer Doppelhaushälfte von hinten seinem Nachbarn genähert und ihm mit einem Beil auf den Kopf geschlagen. Nachdem der 62-Jährige zu Boden gefallen war, soll der Beschuldigte sich auf ihn gekniet und noch mindestens sechs weitere Male auf ihn eingeschlagen haben. Dabei brach er ihm mehrere Rippen und zertrümmerte ihm den Schädel. Die Richterin sagte, der 42-Jährige leide unter einer wahnhaften Verkennung der Realität und Wahrnehmungsstörungen. Er sei eine Gefahr für die Allgemeinheit. Jedermann könne jederzeit in den Fokus des Beschuldigten geraten und Opfer einer Gewalttat werden. Gegen das Urteil können Verteidigung und Staatsanwaltschaft Revision einlegen.

Quelle: ntv.de