Der TagNeue Spur zu tödlichem Brandanschlag nach 55 Jahren
Sieben Menschen starben durch einen Brandanschlag auf ein jüdisches Gemeindezentrum in München, in dem sich ein Altenheim befand. Die Tat liegt 55 Jahre zurück. Der oder die Täter wurden nie gefunden. Doch jetzt wurden die Ermittlungen wieder aufgenommen.
Die Generalstaatsanwaltschaft München hat ein Prüfverfahren eingeleitet, nachdem sich eine Privatperson mit neuen Hinweisen meldete. Der Verdacht richte sich gegen eine bestimmte Person und erscheine nachvollziehbar, sagt der Antisemitismusbeauftragte der Bayerischen Justiz, Andreas Franck. Die tatverdächtige Person lebe nicht mehr, sagt er. Das Ermittlungsverfahren solle vor allem das Motiv für die Tat im Jahr 1970 klären. Wenn sich dabei Hinweise auf noch lebende Tatbeteiligte ergeben sollten, werde auch dem nachgegangen, betont Franck. "In einer langen Reihe von Anschlägen gegen Juden nach 1945 war dies einer der schlimmsten. Es ist Aufgabe von Justiz und Polizei, hier so weit als möglich aufzuklären - auch wenn der mögliche Täter bereits verstorben ist."