Der Tag"Nicht tragbar" - Reichinnek knöpft sich Linken-Jugendverband vor
Kurz vor dem Linken-Bundesparteitag an diesem Wochenende in Potsdam hängt der Haussegen in der Partei schief. Grund sind umstrittene Äußerungen von Mitgliedern des Jugendverbandes Solid zu Stalinismus und Judentum.
Der Bayerische Rundfunk hatte berichtet, Funktionäre hätten sich unter anderem positiv über den früheren sowjetischen Diktator Josef Stalin geäußert und mit Blick auf den Gaza-Krieg von einem "israelischen Genozid im Namen des Judentums" geschrieben. Solid hat sich davon distanziert, aber laut Bericht keine weiteren Schritte eingeleitet.
"Wenn der Jugendverband keine entsprechenden Konsequenzen zieht, muss es die Partei tun. Diese Zustände sind nicht tragbar", sagte Fraktionschefin Heidi Reichinnek der "Rheinischen Post". "Ich erwarte, dass zeitnah konkrete Maßnahmen ergriffen werden, um so etwas in Zukunft zu unterbinden."
Reichinnek selbst distanzierte sich "aufs Schärfste von den getätigten Äußerungen". Weiter betonte die Fraktionschefin: "Stalinismus und Antisemitismus haben keinen Platz in unserer Partei, das muss auch für einen unabhängigen Jugendverband gelten."