Der TagNiedriger Rhein-Pegel kann drohende Rezession befeuern

Der niedrige Wasserstand des Rheins bereiten deutschen Unternehmen Sorgen. Sie befürchten Transportprobleme, sollte der Pegel weiter sinken. Zwar sei das Niedrigwasser ein viel kleineres Problem als die drohende Gaskrise, doch sollte es bis Dezember andauern, könnte es im dritten und vierten Quartal 0,2 Prozentpunkte Wirtschaftswachstum kosten, sagte Chefvolkswirt Andrew Kenningham vom britischen Analysehaus Capital Economics laut einer Studie. Eine Rezession werde dadurch wahrscheinlicher. Für Deutschland haben laut Kenningham Flüsse als Transportwege eine größere Bedeutung als für die meisten anderen westeuropäischen Staaten.
Der Anteil am gesamten Frachtaufkommen sei zwar gesunken, habe aber etwa im Jahr 2020 immer noch gut sieben Prozent des Gesamtvolumens ausgemacht - und ein Großteil davon seien Industrierohstoffe wie Kohle, Rohöl, Koks und Basischemikalien. Grundsätzlich verlagert sich der Warentransport auf Straße und Schiene, wenn er auf dem Wasser unwirtschaftlich wird. Je niedriger der Wasserstand, desto weniger können die Schiffe laden und ab einem bestimmen Pegel können viele gar nicht mehr fahren. Der Transport über Straße und Schiene bringt aber zusätzliche Kosten mit sich und ist in der Regel für die großen Mengen auch langsamer. Seit dem sehr trockenen Sommer 2018, der den Schiffsverkehr auf dem Rhein ebenfalls schwer belastet und etwa die Stahl- und Chemieindustrie viel Geld gekostet hatte, sorgen die Unternehmen vor.