Der TagNotruf in Frankreich fällt aus - mindestens drei Tote
Durch eine technische Panne waren die Nummern der französischen Rettungsdienste wie die "112" zwischen Mittwochabend 18 und 24 Uhr landesweit nicht zu erreichen. Auch bei Kurzwahlnummern für Polizei und Feuerwehr kamen viele Anrufer nicht durch. Das hatte gravierende Folgen: Nach Angaben der Regierung sind vermutlich mindestens drei Todesfälle auf den Ausfall zurückzuführen. Die französische Justiz leitete Ermittlungen ein.
Innenminister Gérald Darmanin nannte die Panne bei dem größten Telekom-Anbieter Orange "gravierend und inakzeptabel". Er sagte, nach ersten Erkenntnissen hätten drei Herzkranke nicht rechtzeitig Hilfe holen können. In der bretonischen Stadt Vannes etwa brachte eine Frau ihren 63-jährigen Lebensgefährten mit dem Auto ins Krankenhaus, weil die Rettungsdienste nicht zu erreichen waren. Für ihn kam jede Hilfe zu spät. Er erlitt einen Herzstillstand. Zwei weitere Menschen kamen nach Regierungsangaben auf der im Indischen Ozean gelegenen französischen Insel La Réunion ums Leben. Orange - das frühere Staatsunternehmen France Télécom - bat die Kunden für die Panne um Entschuldigung. Konzernchef Stéphane Richard sagte, wahrscheinlich sei ein "Software-Fehler" für die Panne verantwortlich.
Update 21:02 Uhr: Auch ein zweieinhalb Jahre altes Kind ist am Mittwochabend im Westen Frankreichs gestorben, teilte das Département Vendée mit. Die Behörden sprachen von einer "Tragödie". Eine Untersuchung sei eingeleitet worden, um zu ermitteln, inwiefern der Ausfall des Notrufs zur Verzögerung bei der Rettung des Kindes geführt haben könnte.