Der TagOberarzt schrie während OP: "Ich hasse Frauen"
Eine neue Erhebung der Ärztegewerkschaft Marburger Bund belegt das weite Ausmaß von Machtmissbrauch in deutschen Krankenhäusern. Vorgesetzte drohen dabei offen mit beruflichen Konsequenzen. Die verbalen Entgleisungen gehen bis zu wüsten Beschimpfungen.
Mehr als 9000 angestellte Ärztinnen und Ärzte nahmen im Februar und März an der Mitgliederbefragung des Marburger Bundes teil. Knapp die Hälfte (49 Prozent) berichtete demnach, in den vergangenen zwölf Monaten Machtmissbrauch durch ärztliche Beschäftigte erlebt zu haben. Die Vorfälle treten dabei häufig wiederholt auf, die Hälfte der Betroffenen (51 Prozent) erlebt sie mehrmals im Jahr, ein erheblicher Anteil sogar monatlich (30 Prozent) oder wöchentlich (14 Prozent). Weit überwiegend gehe der Machtmissbrauch von männlichen ärztlichen Vorgesetzten aus. Am häufigsten äußere er sich in einem respektlosen und herablassenden Umgangston. An zweiter Stelle rangiere die grundlose Infragestellung der fachlichen Kompetenz und am dritthäufigsten komme Mobbing oder öffentliche Bloßstellung vor, zum Beispiel vor dem Team oder vor Patienten.