Der TagÖkonom: Ehegattensplitting kostet Staat zu viel
Das Ehegattensplitting taugt seit Jahren zu Zank und Streit in der Familienpolitik. Den einen gilt es als bewahrenswert, den anderen als Relikt aus den 50er-Jahren, als die Einverdienerehe mit der Hausfrau am Herd die Regel war. Jetzt geht ein Ökonom des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung mit dem Steuervorteil für extrem ungleich verdienende Ehepaare ins Gericht.
Das Splitting begünstige "überproportional Eheleute, die schon viel haben", ist der erste Kritikpunkt von DIW-Chef Marcel Fratzscher.
Dem Fiskus entgingen dadurch 20 Milliarden Euro pro Jahr.
Die Regelung führe außerdem zur Verdrängung beziehungsweise zum Fernhalten von Frauen aus dem Arbeitsmarkt.
Beim Ehegattensplitting gilt: Je höher der Einkommensunterschied, desto mehr Steuerersparnis kann ein Ehepaar für sich herausholen. Für den weniger verdienenden Partner bedeutet das jedoch eine sehr ungünstige Steuerklasse.