Der TagOpposition: Meloni macht Mafia ein Geschenk
Als eine ihrer ersten Amtshandlungen will die neue italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni die Höchstgrenze für Bargeld-Zahlungen anheben. Damit werde sie eines ihrer Wahlversprechen einlösen, sagte die Parteichefin der rechtsradikalen Fratelli d'Italia. Nach einem Gesetzentwurf ihrer Koalitionspartner Lega zufolge soll das Limit von derzeit 2000 auf 10.000 Euro angehoben werden soll. Ursprünglich sollte die Höchstgrenze 2023 sogar auf 1000 Euro reduziert werden. Die Begrenzung von Bargeld-Zahlungen soll Steuerhinterziehung erschweren. Franco Mirabelli von der oppositionellen Demokratischen Partei bezeichnete die Pläne als Geschenk für die Mafia. "Es fördert Steuerhinterziehung und Geldwäsche", schrieb er auf Facebook. Meloni verneinte einen Zusammenhang. Mit Blick auf Deutschland fügte sie hinzu: "Es gibt Länder ohne Höchstgrenzen und mit einer sehr geringen Steuerhinterziehung." Einer Studie der Bank von Italien zufolge verhalf die Anhebung der Höchstgrenze von 1000 auf 3000 Euro im Jahr 2016 der Schattenwirtschaft allerdings zu einem Schub.