Der TagOrban-Nachfolger Magyar reist zu Antrittsbesuch nach Polen und Österreich
Rund eineinhalb Wochen nach seiner Vereidigung reist der ungarische Ministerpräsident Peter Magyar zu seinem ersten offiziellen Auslandsbesuch nach Polen und Österreich. Mit der Reise will Magyar nach eigenem Bekunden eine engere Zusammenarbeit der mitteleuropäischen Staaten in der EU voranbringen. Insbesondere die Beziehungen zu Warschau, die wegen der Nähe seines Vorgängers Viktor Orban zu Moskau seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine belastet waren, will er dabei wiederbeleben.
Magyar hatte bereits vor seinem Amtsantritt vorgeschlagen, die Visegrad-Gruppe aus Ungarn, Polen, Tschechien und der Slowakei mit dem sogenannten Austerlitz-Format aus Tschechien, der Slowakei und Österreich zusammenzuführen. Eine solche Allianz könne mehr Gewicht in der EU haben, etwa bei der Verteilung von Fördermitteln. "Die Völker Mitteleuropas sind gemeinsam stärker als getrennt", sagte Magyar vergangene Woche. In Polen will Magyar Präsident Karol Nawrocki und Regierungschef Donald Tusk treffen. Begleitet wird er von sechs Ministern, darunter Außenministerin Anita Orban. Der polnische Vize-Außenminister Ignacy Niemczycki sprach von der Hoffnung auf eine "loyalere" Zusammenarbeit mit der neuen ungarischen Regierung. Am Mittwochabend wird Magyar in Österreich erwartet. Bei den Gesprächen dort soll es unter anderem um wirtschaftliche Zusammenarbeit und Migrationspolitik gehen.