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Der TagPassagier berichtet von Virus-Schiff: "In die Irre geführt"

07.05.2026, 12:53 Uhr

Dichtes Gedränge am Buffet, Unbeschwertheit an Bord: Nach dem Hantavirus-Ausbruch an Bord des niederländischen Kreuzfahrtschiffs "Hondius", der bislang drei Todesopfer gefordert hat, ist von verstärkten Sicherheitsmaßnahmen zunächst nichts zu spüren gewesen - sehr zum Erstaunen einiger Passagiere. Der türkische Videoblogger Ruhi Cenet kann es noch immer nicht fassen, dass der Alltag auf dem Schiff selbst nach dem Tod des ersten Passagiers sorglos weiterging, als wäre nicht geschehen.

Der Reisevideoblogger war am 1. April im argentinischen Ushuaia an Bord des Schiffes gegangen, das am selben Tag auslief. Am Morgen des 12. April gab der Kapitän des Schiffes über das Bordmikrofon dann den Tod des ersten Passagiers bekannt. "Der Schiffsarzt hat mir versichert, dass keine Ansteckungsgefahr besteht", sagte der Kapitän - ohne zu ahnen, dass der britische Arzt später selbst schwer erkranken würde. Der Kapitän habe zudem von einem "natürlichen Tod" des Mannes gesprochen, sagt der mittlerweile nach Istanbul zurückgekehrte Videoblogger. Cenet hatte das Schiff zusammen mit 28 weiteren Passagieren am 24. April im britischen Überseegebiet St. Helena verlassen. Rund zehn Tage später lag eine Bestätigung des ersten Hantavirus-Falles vor.

Quelle: ntv.de