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Der TagPolens Staatschef an Trump: "Die EU zockt niemanden ab"

27.02.2025, 14:06 Uhr

Donald Trump scheint momentan wieder in einem Wettstreit mit sich selbst zu sein um die skurrilste Aussage. Sein neustes Ziel für verbale Angriffe ist die EU: "Seien wir ehrlich: Die Europäische Union wurde gegründet, um die Vereinigten Staaten abzuzocken", sagte Trump bei einer Kabinettssitzung.

Reagiert man darauf oder lässt man es sein? Das fragen sich seit Trumps Amtseinführung vor einigen Wochen Politikerinnen und Politiker auf der ganzen Welt. Der polnische Regierungschef und frühere EU-Ratspräsident Donald Tusk hat sich für eine Antwort entschieden und weist den Vorwurf des US-Präsidenten klar zurück. "Die EU wurde nicht gegründet, um irgendjemanden abzuzocken", schrieb Tusk bei X. Er gibt Trump auch gleich noch eine Mini-Geschichtsstunde mit auf den Weg: "Ganz im Gegenteil. Sie wurde gegründet, um den Frieden zu erhalten, Respekt zwischen unseren Nationen aufzubauen, freien und fairen Handel zu schaffen und unsere transatlantische Freundschaft zu stärken. So einfach ist das."

Das wird den Republikaner wohl kaum sonderlich interessieren. Wie gehabt scheint er auf dem diplomatischen Parkett auf einer verbalen Furchenfahrt zu sein, die an einen alten Ackerpflug erinnert, der jeden Stein - also andere Politikerinnen und Politiker, ganze Nationen und Völker wie Grönland, die Ukraine, den Gazastreifen oder Kanada - rücksichtslos aus dem Weg pflügt. Der Grund für seine Falschbehauptungen ist wirtschaftlicher Natur, ein Streit um Zölle. Trump hatte damit gedroht, Einfuhrzölle in Höhe von 25 Prozent auf Waren aus der EU einzuführen. Die Zeit für den 78-Jährigen auf dieser Erde neigt sich dem Ende zu, aber was für tiefe Furchen und Gräben - um beim Ackerpflug-Bild zu bleiben - will er noch in der Welt überall hinterlassen, die sich vielleicht mal nicht mehr so leicht wieder schließen lassen?

Quelle: ntv.de