Der TagProtest gegen Stromausfälle
Man kann sich dran gewöhnen, wie beispielsweise in Südafrika, wo Stromausfälle an der Tagesordnung sind und ein korruptes System widerspiegeln, oder man kann, wie in Kuba am Sonntag, gegen stundenlange Stromausfälle auf die Straße gehen. "Die Leute riefen 'Essen und Strom'", berichtet ein Bewohner der Stadt Santiago de Cuba, die 800 Kilometer von der Hauptstadt Havanna entfernt im Südosten des Inselstaats liegt. Später sei die Stromversorgung wieder hergestellt worden und zwei Lastwagen hätten Reis geliefert.
In der zweitgrößten Stadt Kubas hatte es in den vergangenen Tagen immer wieder Stromausfälle gegeben, die bis zu 14 Stunden dauerten. Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel erklärte, einige Hundert Menschen hätten in Santiago ihre "Unzufriedenheit" mit der Strom- und Lebensmittelversorgung zum Ausdruck gebracht. Dies werde von "Feinden der Revolution" für destabilisierende Zwecke missbraucht, warnte der Präsident auf X. Konkret nannte Díaz-Canel "Terroristen" in den USA.
Die US-Botschaft in Kuba forderte die kubanische Regierung auf X auf, die Rechte der Demonstranten zu respektieren. Der kubanische Außenminister Bruno Rodríguez forderte Washington daraufhin ebenfalls auf, sich "nicht in die inneren Angelegenheiten des Landes einzumischen". Die Stromausfälle, die Kuba seit Anfang März plagen, hängen mit Wartungsarbeiten im größten Kraftwerk des Landes zusammen, welches sich in der Provinz Matanzas östlich von Havanna befindet. Am Wochenende kam auch noch Treibstoffknappheit hinzu. Der Treibstoff wird für den Betrieb anderer Kraftwerke gebraucht.