Der Tag Pubertäts-Blocker für Kinder?

Klingt nach Science-Fiction und steht doch ganz real auf dem Regenbogenportal der Bundesregierung: Nach Einwänden gegen einen Text zum Thema "Jung und trans-geschlechtlich" sind dort umfassende Textveränderungen vorgenommen worden. Auf dem Portal hatte es unter anderem geheißen: "Bist du noch sehr jung? Und bist du noch nicht in der Pubertät? Dann kannst du Pubertäts-Blocker nehmen. (...) Diese Medikamente sorgen dafür, dass du nicht in die Pubertät kommst."
Seit Donnerstagvormittag heißt es dort nun vorsichtiger: "Bist du noch sehr jung? Und bist du noch nicht in der Pubertät? So kannst du deinen Arzt/deine Ärztin fragen, ob dir Pubertätsblocker vielleicht helfen könnten." Zu Pubertätsblockern heißt es auf dem Portal: "Diese Medikamente sorgen dafür, dass du nicht in die Pubertät kommst. Das heißt: Dein Körper entwickelt sich erst mal nicht weiter. Weder in Richtung Frau. Noch in Richtung Mann. So hast du mehr Zeit zum Nachdenken. Und du kannst in Ruhe überlegen: Welcher Körper passt zu mir?"
Das Thema Trans-Identität erfährt in den letzten Monaten mehr mediale und politische Aufmerksamkeit. Das liegt auch daran, dass die Bundesregierung an einem Ersatz des über 40 Jahre alten Transsexuellengesetzes arbeitet, das von vielen Menschen als unzeitgemäß, diskriminierend und entwürdigend empfunden wird. Transmenschen fühlen sich dem Geschlecht, das ihnen bei Geburt zugeschrieben wurde, nicht zugehörig. Am Mittwoch hatte die "Bild"-Zeitung unter anderem Ex-Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner zu dem Regenbogenportal-Text zitiert: "Pubertätsblocker sind ein großer und schwerwiegender Eingriff in die Entwicklung der Kinder. Es kann nicht sein, dass die Bundesregierung diese Medikamente empfiehlt wie Hustenbonbons!" Zuvor hatte sie auch getwittert: "Das ist doch irre (...) Bundesregierung empfiehlt sehr jungen, unsicheren Menschen Pubertäts-Blocker."