Der Tag

Der TagRanga Yogeshwar arbeitet "am eigenen Bedeutungsverlust"

13.05.2024, 08:52 Uhr

Im Flutsommer 2021 wurde auch das Haus von Ranga Yogeshwar in Hennef bei Bonn überschwemmt. Da setzte sich der studierte Experimentalphysiker erst einmal hin und berechnete die Wassermenge, die sein Tal heimgesucht hatte. "Das war wahrscheinlich meine Art, das Trauma zu verarbeiten", sagt der Wissenschaftsjournalist. Verarbeitung mittels Durchdringung auf Zahlen- und Faktenbasis - das passt zu ihm.

ad123cac9c066e14fac9f1c214e8035d
Mit dem Kollegen Jean Pütz 1997. (Foto: imago images / Horst Galuschka)

Ranga Yogeshwar hat mehr als 25 Jahre lang das WDR-Wissensmagazin "Quarks" moderiert. Inzwischen arbeitet er an seinem "eigenen Bedeutungsverlust", wie er es formuliert. Er hält ein paar Vorträge, aber im Fernsehen sieht man ihn nur noch, wenn er in eine Talkshow eingeladen wird. Dabei wirkt er sehr zufrieden. "Ich möchte loslassen. Wenn ich jetzt manchmal Mentor von Jüngeren sein kann, finde ich das total cool. Ich bin happy."

d6fb09ab04f4d6a17b1c3e4a9e65df3a
Mit seiner Tochter Nanda 2013 zur 20-Jahr-Feier von "Quarks & Co". (Foto: imago stock&people)

Yogeshwar war nicht nur einer der ersten Wissenschaftsjournalisten, die richtig bekannt wurden, er war auch einer der ersten nicht weißen Moderatoren im deutschen Fernsehen. Sein Vater war ein indischer Ingenieur, verheiratet mit einer Luxemburgerin. Er selbst hat die luxemburgische Staatsbürgerschaft, aber einen großen Teil seiner Kindheit in Indien verbracht. Seine Hautfarbe ist der Grund dafür, dass er seit mehr als 30 Jahren mit Drohungen lebt. Mal mehr, mal weniger. "Ich habe mich aber nie als Opfer gefühlt. Meine Haltung war immer: Einfach machen, die Normalität kommt dann irgendwann von selbst. Als ich anfing, war ich ziemlich allein. Wenn ich mir jetzt das Programm ansehe, denke ich: Geht doch!"

Mehr zu Ranga Yogeshwar und seiner nachahmenswerten Geisteshaltung am 18. Mai – da wird er erstaunlicherweise schon 65 Jahre alt.

Quelle: ntv.de