Der Tag

Der TagRassistische Chats: Hamburger Polizei ermittelt gegen eigene Kollegen

04.03.2025, 12:53 Uhr

Ding Dong! Die Kolleginnen und Kollegen von der Polizei sind da! In Hamburg klingelten die Beamtinnen und Beamten heute Morgen jedoch nicht bei neun Polizisten, um sich mit ihnen zum Frühstück zu treffen. Gegen 15 aktive und pensionierte Beamten stehen schwere Vorwürfe im Raum: Gegen sie wird ermittelt wegen rechtsextremistischer und rassistischer Chatnachrichten. Deshalb geht die Hamburger Polizei nun disziplinarrechtlich gegen die Männer in ihren eigenen Reihen vor. Auf der Suche nach Beweismitteln die Wohnungen von sechs aktiven und drei pensionierten Polizisten durchsucht, wie die Polizei in der Hansestadt mitteilt. "Menschen- und Verfassungsfeindlichkeit haben bei uns keinen Platz", teilte Polizeipräsident Falk Schnabel mit. "Wir werden die Vorwürfe restlos aufklären und alle nötigen disziplinarrechtlichen Konsequenzen ziehen."

Auf die Chat-Aktivitäten der Beschuldigten sind die Ermittler eher zufällig gestoßen. Ausgelöst wurden die Ermittlungsverfahren laut Polizei durch Strafverfahren gegen einen Schutzpolizisten und einen Beamten der Wasserschutzpolizei wegen Beleidigung beziehungsweise wegen eines Waffenrechtsverstoßes. Die nach Verfahrensabschluss von der Staatsanwaltschaft an die polizeiinterne Dienststelle für Disziplinarangelegenheiten weitergeleiteten Strafakten enthielten demnach mehrere zehntausend Nachrichten aus Messengerchats. Bei der aktuell noch laufenden Auswertung ergab sich nach Polizeiangaben inzwischen der Verdacht, dass beide Beamte "voneinander unabhängig in Einzel- und Gruppenchats fremdenfeindliche, rassistische sowie Gewalt und teilweise den Nationalsozialismus verherrlichende Nachrichten versandt und empfangen" hätten. Der Austausch erfolgte demnach jeweils im Kollegenkreis.

Quelle: ntv.de