Der TagRechtsextremismus: Dutzende müssen Bundeswehr verlassen
"Abhitlern war früher üblich", hat mal ein Freund von mir gesagt, der vor längerer Zeit seinen Wehrdienst absolvierte. Auch heute ist die Bundeswehr teilweise leider ein Anziehungspunkt für Menschen, die beim Denken falsch abgebogen sind: Die Truppe hat im vergangenen Jahr 90 Soldaten wegen rechtsextremistischer Vorfälle entlassen und bei weiteren sechs ein entsprechendes Verfahren eingeleitet, beantragt oder ein Verbot zur Ausübung des Dienstes ausgesprochen. Das geht aus einer Antwort des Bundesverteidigungsministeriums auf eine Anfrage der Linken im Bundestag hervor.
Insgesamt wurden demnach im vergangenen Jahr 280 rechtsextremistische Vorfälle in der Bundeswehr gemeldet, deutlich mehr als im Jahr davor (205). Wie aus Einzelfallauflistungen des Ministeriums für beide Jahre hervorgeht, wurden Soldaten unter anderem für das Zeigen des Hitlergrußes, das "Singen rassistischer Parolen" oder antisemitische und "nationalsozialistische Äußerungen" entlassen. 2023 mussten der Antwort zufolge 72 Soldaten wegen rechtsextremistischer Vorfälle die Bundeswehr verlassen.