Der TagRegierungsbericht: Zu wenig Ostdeutsche in Chefetagen der Bundesbehörden

Jeder fünfte Bürger oder Bürgerin stammt gebürtig aus Ostdeutschland. Doch in den Chefetagen der Bundesbehörden und Bundesgerichte spiegelt sich das nicht wider. Ihr Anteil in Führungspositionen der oberen und obersten Bundesbehörden liegt nur bei 13,9 Prozent. Nimmt man als Geburtsorte nur die fünf ostdeutschen Flächenländer ohne Berlin, sind es sogar nur 7,4 Prozent. Dies geht aus einer Erhebung des Ostbeauftragten Carsten Schneider hervor, über die das Bundeskabinett heute berät. "Mehr als 32 Jahre nach der Einheit sind Ostdeutsche in den Führungspositionen unseres Landes deutlich unterrepräsentiert - eine nach wie vor ungelöste Aufgabe", sagte Schneider. Nicht nur in der Politik und Verwaltung, sondern auch in der Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft, Justiz und Medien müssten mehr Ostdeutsche in Führungspositionen kommen.
Um das zu erreichen, will Schneider nicht auf eine Quote zurückgreifen. Vielmehr soll einem Konzept zufolge an vielen kleineren Stellschrauben gedreht werden. So sollen zunächst die Daten zu den Geburtsorten systematischer erfasst werden. Bundesbehörden sollen mit Selbstverpflichtungen arbeiten. Auswahlgremien sollen vielfältiger besetzt, Führungskräfte gezielt auf ihre Aufgabe vorbereitet und Netzwerke gefördert werden.
Ohne die Bemühungen schmälern zu wollen: Das klingt für mich alles nach einer Art inoffiziellen Quote ...