Der TagRekord: In Großbritannien beantragen so viele Menschen Asyl wie seit 20 Jahren nicht

Schon vor dem Regierungswechsel in der Downing Street fuhr Großbritannien einen harten Kurs gegen irreguläre Migration. Diesen Kurs setzte Keir Starmer von der sozialdemokratischen Labour-Partei zwar nicht so fort - hier sei nur an den Versuch der konservativen Tories erinnert, abgelehnte Asylbewerber, egal welcher Herkunft, nach Ruanda abzuschieben, um andere Menschen abzuschrecken - aber auch er hatte angekündigt, hart gegen Schleuser und illegale Grenzübertritte vorzugehen. Kürzlich veröffentlichte die Partei auch öffentlichkeitswirksam Aufnahmen von Abschiebeflügen. Nun meldet das Innenministerium in London einen Rekord an Asylanträgen - so viele wie seit 20 Jahren nicht mehr: 108.000 Menschen. Es seien aber auch mehr Menschen entdeckt worden, die ohne die nötigen Papiere etwa mit Schlauchbooten ins Land kommen, wie das Innenministerium in London mitteilt. Das seien 18 Prozent mehr gewesen als 2023. Die Zahl liege auch über dem bisherigen Rekord im Jahr 2002 (103.000).
Die Überfahrt über den Ärmelkanal, die die meisten Menschen in kleinen Booten (84 Prozent) wagen, ist lebensgefährlich. Immer wieder sterben Menschen bei dem Versuch, von Frankreich nach England zu gelangen. 72 Menschen verloren dabei nach französischen Angaben im vergangenen Jahr ihr Leben. Der französischen Meerespräfektur zufolge überfüllen Schleuser die Boote mit immer mehr Menschen.