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Der TagRichterin muss knapp vier Jahre in Haft - Fälle nicht bearbeitet

18.11.2021, 22:02 Uhr
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Die Richterin hatte die Akten in ihrem Keller versteckt. (Foto: Volker Hartmann/dpa/Archivbild)

Im Landgericht Hagen hat heute eine Richterin auf der Anklagebank gesessen - und wurde zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt: Die am Amtsgericht Lüdenscheid tätige Richterin räumte in dem Prozess ein, mehrere Akten einfach nicht bearbeitet zu haben. Sie habe eine Blockade im Kopf gehabt und sich um die Fälle einfach nicht mehr kümmern können, hieß es in dem Teilgeständnis. Die Akten fand man später in einem Umzugskarton im Keller der Angeklagten. Doch nicht nur das wird der Richterin zur Last gelegt: Sie soll außerdem versucht haben, ihre Versäumnisse ihren Kollegen in die Schuhe zu schieben. Wegen Rechtsbeugung wurde sie vom Gericht zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Das Gericht begründete die Haftstrafe unter anderem mit der "hohen kriminellen Energie" der Angeklagten, die "keinerlei Skrupel hatte, ihr eigenes Fehlverhalten auf andere abzuwälzen". Ein Gutachter hatte die Frau zuvor als voll schuldfähig eingestuft.

Quelle: ntv.de