Der Tag

Der TagSchimpanse entreißt Mutter ihr Kind und tötet es

26.09.2024, 12:59 Uhr
442489852
Die Schimpansen bei Bossou werden seit Jahrzehnten erforscht. Hier nutzen die Affen Werkzeuge, um Palmnüsse im Regenwald zu knacken. (Foto: picture alliance / Artcolor)

Im westafrikanischen Guinea ist es zu einem tragischen Vorfall gekommen: Ein Schimpanse hat ein Menschenbaby seiner Mutter entrissen, ist mit ihm in den Wald verschwunden und hat es getötet, wie die britische Zeitung "The Times" berichtet. Zeugen sagten demnach, dass die Schimpansen den acht Monate alten Säugling daraufhin ausgeweidet hätten - womöglich als Nahrungsquelle. Aus Wut griffen Dorfbewohner am Rande der Nimbaberge, wo auch der Lebensraum der Tiere ist, daraufhin eine Forschungseinrichtung an, die die Affen seit Jahren erforscht. Sie hätten unter anderem Kamerafallen, Computer und Drohnen zerstört, schreibt die Zeitung weiter. Auch hätten sie die Babyleiche in die Einrichtung gebracht, um die Gefahr von Eingriffen in ihre Gemeinschaft und Umwelt besonders herauszustellen.

In dem Bericht heißt es, das Eingreifen des Menschen - etwa durch den Bau neuer Straßen - habe den Lebensraum der Tiere auf ein 16 Quadratkilometer großes Waldstück eingeschränkt. Für die Tiere sei die Nahrungssuche dadurch schwieriger geworden. Einer der Männer, die die Forschungseinrichtung angegriffen haben, meint, dass der Hunger die Schimpansen zum Töten brachte. Ein leitender Forscher vom Bossou-Institut spricht gegenüber der "Times" von einem Unfall. Die Schimpansen hätten keine Angst mehr vor den Menschen. Es sei nicht klar, ob dieser und andere Unfälle auf Futtersuche oder auf Aufregung bei den Tieren zurückzuführen sind.

Quelle: ntv.de