Der TagSchweitzer attackiert Reiche: "Das ist wirklich alarmierend"
Der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Alexander Schweitzer, kritisiert Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche von der CDU in der Ölkrise scharf. "Frau Reiche hat in den ersten Tagen nach dem Krieg öffentlich erklärt, wir werden genau gar nichts tun und erst mal abwarten. Damit waren Tür und Tor geöffnet für diese Abzocke", sagt Schweitzer im Interview mit t-online. Die jetzt geplanten Maßnahmen der Bundesregierung kämen spät und nicht mit der "nötigen Wucht". "Die Zögerlichkeit in Berlin hat uns geschadet", so der SPD-Vize weiter. "Wenn Tankstellenbesitzer mir beschreiben, wir haben auch deshalb so hohe Preise, weil die Mineralölindustrie im Grunde weiß, dass sie die Bundeswirtschaftsministerin auf ihrer Seite hat, ist das erschreckend."
Schweitzer fordert die Bundeswirtschaftsministerin auf, schon jetzt den nächsten Vorschlag vorzubereiten, der die Preise tatsächlich drücken könne und nicht bloß eine "Gesprächstherapie mit der Mineralölindustrie" sei. Zugleich warnt er die Bundesregierung, ihren Blick nicht nur auf die Zapfsäule zu richten.
Auch die Rohstoff- und Baustoffpreise kletterten nach oben, Lieferketten würden unterbrochen. "Das ist wirklich alarmierend. Es heißt, dass sich die gesamte wirtschaftliche Produktion in Deutschland verteuern und verlangsamen könnte! Aber darauf hat die Bundesregierung bisher nicht reagiert. Ich frage mich: Hat sie das Problem überhaupt erkannt?"