Der Tag"Sein Kopf muss abgehauen werden": Pfarrer in Straßburg wegen Poledance-Show bedroht
Erst Stangentanz, dann Einschüchterung: Ein französischer Pfarrer hat nach einer ausverkauften Poledance-Darbietung in seiner Kirche eigenen Angaben zufolge Todesdrohungen erhalten. Daniel Boessenbacher, Pfarrer an der evangelischen Kirche Saint-Guillaume in Straßburg, sagte, er habe die Polizei alarmiert, nachdem er zwei anonyme Briefe erhalten habe. Es gebe "keinen Zweifel", dass die Drohungen mit der Poledance-Show in Zusammenhang stünden, versicherte Boessenbacher. Einer der Drohbriefe forderte, die Gemeindemitglieder sollten "geköpft" werden. In dem anderen Brief stand über den Priester geschrieben, "sein Kopf muss abgehauen werden, weil er die Schlüssel zu unserer heiligen Kirche an eine tanzende Schlange überreicht hat". Doch was war konkret passiert? Eine Künstlergruppe für barocke Musik und darstellende Kunst mit Namen Passions Croisées (gekreuzte Passionen) hatte die Kirche vor einer Woche für zwei Vorstellungen der Vertonung des Marien-Hymnus Stabat mater von Giovanni Battista Pergolesi angemietet. Teil der Vorstellungen waren Tanz- und Poledance-Einlagen. Der Pfarrer beschrieb das Programm als "kokett, aber soft" und räumte ein, dass einige Zuschauer "es nicht mochten". Boessenbacher sagte, Programme der Show mit Sätzen wie "Du wirst sterben" oder "Du kommst in die Hölle" seien unter der Kirchentür hindurchgeschoben worden. "Wir sind es gewohnt, Reaktionen zu bekommen, aber nicht Todesdrohungen", sagte der 54-Jährige. Er lasse sich von den Drohungen jedoch nicht abschrecken. "Ich glaube, die Kirche muss sich der Welt öffnen", sagte er.