Der Tag

Der Tag Sexspaziergang durch Berlin

05.12.2022, 08:46 Uhr
308d20a0416309126fb90e65cb0d66be
"Wir wollten einen Berührungspunkt für die Nachbarn schaffen, die uns sonst nicht hier haben wollen. Auch, weil es in letzter Zeit viel Gewalt gegen uns gab", sagt Emma Pankhurst, die selbst in einem Bordell in der Nachbarschaft arbeitet. Sie heißt nicht wirklich so, sondern nennt sich wie die Frauenrechtlerin aus dem 19. Jahrhundert. Bei der Premiere führt sie kostümiert wie 1880 durch die Stadt. (Foto: dpa)

Als Brennpunkt und Ausgehviertel ist die Gegend über Berlin hinaus bekannt: Eine neue Audioführung erzählt die Geschichte der Sexarbeit rund um die Kurfürstenstraße in der Hauptstadt. "Der Rundgang ist für alle, die an Berlins Geschichte interessiert sind", sagt Caspar Tate, Sexarbeiter und einer der Kuratoren des Projekts des Vereins Berlinhistory. Die Führung ist in der gleichnamigen kostenlosen App enthalten und geht durch zwölf Stationen im Bülowkiez.

Im chronologischen Spaziergang lernt man etwa das "Eldorado" kennen, das in den 1920er Jahren ein bekanntes "Transvestitenlokal" war. Der Rundgang zeigt die Gegend, die wegen des Straßenstrichs als hartes Pflaster bekannt ist, von einer anderen Seite und öffnet neue Perspektiven zu einem mit vielen Klischees behafteten Thema. Genaue Zahlen, wie viele Menschen ihr Geld mit Sexarbeit in Berlin oder im Bülowkiez verdienen, gibt es nicht. Laut Senatsverwaltung für Gesundheit und Gleichstellung sind in Berlin knapp 1600 Sexarbeiter und Sexarbeiterinnen angemeldet.

Quelle: ntv.de