Der TagSie nannte Präsident al-Sisi einen "Mörder": Vater von Deutsch-Ägypterin festgenommen

Fagr Eladly, die heute in Wiesbaden als Assistenzärztin arbeitet, sorgte 2015 für Aufsehen. Bei einer Pressekonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel in Berlin beschimpfte sie Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi als "Mörder". Jetzt ringt die Deutsch-Ägypterin um die Freilassung ihres Vaters. "Es ist einfach nur schockierend und skandalös", sagt Fagr Eladly über die Situation ihres Vaters Alaa. Der lebt ebenfalls in Deutschland und wurde kürzlich am Kairoer Flughafen festgenommen. "Es ist ein rein politischer Fall. Mein Vater sitzt umsonst in Haft, wird umsonst seiner Freiheit beraubt", sagt Eladly.
Alaa Eladly besitzt als einziger der Wiesbadener Familie keine deutsche Staatsangehörigkeit zusätzlich zur ägyptischen. Bei Einreise zu einem Familienbesuch wurde er vor einer Woche in Kairo festgenommen, seitdem hat die Familie keinen direkten Kontakt mehr zu ihm. Ihm werden die "Verbreitung von Falschnachrichten" und Mitgliedschaft in einer verbotenen Vereinigung vorgeworfen. Unter solchen Vorwürfen, die Menschenrechtler als erfunden und politisch motiviert bezeichnen, werden in Ägypten immer wieder Kritiker der Regierung inhaftiert. Al-Sisi war in Ägypten 2013 als Oberbefehlshaber der Armee mit einem Putsch an die Macht gekommen. Die Familie Eladly vermutet hinter der Festnahme des Vaters eine Vergeltung für den "Mörder"-Ruf 2015.