Der Tag

Der TagSo viele Beschwerden über Telefonwerbung wie noch nie

13.01.2021, 09:45 Uhr
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(Foto: picture alliance / dpa)

Ständige Anrufe und wenn man abnimmt, versucht jemand am anderen Ende, einem etwa ein Abo oder eine Versicherung anzudrehen - diese Form der Telefonwerbung ist weit verbreitet, aber nicht erlaubt. Die Zahl der Beschwerden bei der Bundesnetzagentur hat im vergangenen Jahr einen Höchststand erreicht. Dort gingen 2020 insgesamt 63.273 kritische Wortmeldungen von Verbrauchern ein, wie die Bonner Behörde mitteilte. Das war ein Plus von rund 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr (54.242) und etwas mehr als 2018, als es 62.247 Beschwerden waren. Ein Grund für die Schwankungen wurde nicht genannt. In 17 Fällen verhängte die Behörde Bußgelder von insgesamt 1,35 Millionen Euro. Häufig ging es um Versicherungs- und Finanzprodukte sowie um die Energieversorgung. Zudem regten sich viele Verbraucher nach Darstellung der Netzagentur über aggressive Telefonwerbung für Zeitschriftenabos auf. Die Veränderung zu Vorjahren haben Sie vielleicht auch bemerkt: Beschwerden zu Telekommunikationsdienstleistungen, also Handyverträgen und Vertragsverlängerungen, waren rückläufig und das kommt nicht von ungefähr: Dies führt die Behörde darauf zurück, dass sie in diesem Bereich einen Verfolgungsschwerpunkt gesetzt hatte.

  • Bei den Gesprächen gingen die Anrufer häufig dreist vor und wollten den Verbraucher noch am Telefon oder im Nachgang ungewollte Verträge unterschieben. In anderen Fällen verschleierten die Anrufer die Identität ihres Auftraggebers oder sie gaben sich sogar als Behördenvertreter aus, um Vertrauen aufzubauen. Mitunter kam es bei den unerlaubten Anrufen sogar zu Beschimpfungen oder der Werbetreibende war besonders penetrant und rief Dutzende Male an.

  • Werbeanrufe ohne vorige Einwilligung sind in Deutschland verboten. Bei wem es trotzdem klingelt, der kann dies unter www.bundesnetzagentur.de/telefonwerbung-beschwerde melden. Um die Täter zu überführen, sind möglichst präzise und detaillierte Schilderungen hilfreich.

Quelle: ntv.de