Der TagStarkregen lässt Nikotinspiegel in Gewässern steigen - "Cocktail potenziell schädlicher Stoffe"
Es rächt sich, Kippen auf die Straße zu werfen. Nikotin und andere Giftstoffe aus den Zigaretten landen dadurch in der Umwelt. Ein Forschungsteam hat Nikotin in Berliner Gewässern nachgewiesen: es fand sich in allen 56 genommenen Wasserproben aus Seen, Flüssen, Kanälen, Teichen und Bächen. Laut dem Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei gelangt das Nikotin gelangt vor allem über Starkregen und die Kanalisation in die Gewässer. In Kanälen waren die Nikotinwerte demnach bis zu 16-mal höher, nachdem es geregnet hatte. Für die meisten Organismen seien die gemessenen Nikotinkonzentrationen unbedenklich, heißt es. Kleinstorganismen wie Wasserflöhen könnten sie jedoch schaden.
Auch könnten sich die Folgen künftig ausweiten. "Angesichts der allgemein abnehmenden Wasserführung von Gewässern und der Zunahme von einzelnen Starkregenereignissen kann die Nikotinbelastung von innerstädtischen Gewässern auch in Berlin zu einem Problem werden", erklärt Studienleiter Markus Venohr. Zudem werde aus Zigarettenkippen "ein ganzer Cocktail potenziell schädlicher Stoffe ausgewaschen, die einzeln oder alle zusammen weit größere ökologische Auswirkungen haben können".