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Der Tag"Stockholm Syndrom": Schwedischer Geiselnehmer Olofsson gestorben

26.06.2025, 18:01 Uhr
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Clark Olofsson im Jahr 2023 (Foto: picture alliance / EXPRESSEN)

Auf ihn geht die Entstehung eines nicht unumstrittenen psychologischen Phänomens zurück: Der schwedische Bankräuber Clark Olofsson nahm 1973 vier Menschen als Geiseln und war damit quasi mitverantwortlich für das Aufkommen des Begriffs "Stockholm Syndrom". Er beschreibt, dass Opfer wie Geiseln bei einem Bankraub Sympathie für ihre Geiselnehmer entwickeln können - und diese sogar verteidigen. So war es auch, als Jan-Erik Olsson 1973 in Stockholm in eine Bank stürmte und mehrere Geiseln nahm, um den inhaftierten Bankräuber Clark Olofsson freizupressen und Geld zu bekommen. Es gelang, Olofsson wurde dorthin gebracht und dann hätten die Geiselnehmer und die Geiseln "eine wirklich nette Zeit" in der Bank verbracht. So beschrieb es Geisel Kristin Enmark und schockierte damit die Öffentlichkeit. Auch verteidigte sie Olofsson und seinen Komplizen in Telefonaten mit den Behörden mehrfach und sagte, dass sie eher Angst vor der Polizei habe. Wie es dazu kommen konnte und ob es ein solches Syndrom überhaupt gibt, darüber streiten Fachleute bis heute - zumal es eher weiblichen Geiseln angedichtet wird und damit durchaus als sexistisch angesehen werden könnte.

Das Ganze ist ja inzwischen mehr als 50 Jahre her und führt uns in die Gegenwart: Der bekannte Bankräuber und Wiederholungstäter Olofsson ist tot. Er sei nach längerer Krankheit mit 78 Jahren in einem Krankenhaus gestorben, teilt seine Familie dem schwedischen Onlinemedium Dagens ETC mit. Olofsson hatte einiges auf dem Kerbholz: Er wurde wegen einer ganzen Reihe von Straftaten verurteilt, darunter Raub, versuchter Mord, Drogenhandel und Körperverletzung, und verbrachte mehr als die Hälfte seines Lebens im Gefängnis. Sein Leben wurde in der Netflix-Serie "Clark" von 2022 erzählt.

Quelle: ntv.de