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Der TagStudie zu geschlechterspezifischer Gewalt im TV stellt Sendern schlechtes Zeugnis aus

23.11.2021, 20:30 Uhr

Die Macher einer Studie über das Bild von Gewalt im Fernsehen vermissen Hinweise auf die Anlaufstellen für Opfer. Konkret geht es in der veröffentlichten Untersuchung um geschlechtsspezifische Gewalt. Damit sind Übergriffe gemeint, die sich gegen eine Person aufgrund ihres Geschlechts richten und die zu körperlichen, sexuellen, psychischen oder wirtschaftlichen Schäden führen oder führen können. Auch Gewalt innerhalb von Partnerschaften und Familien zählen die Macher dazu.

Die Forscher hatten sowohl Filme und Serien als auch Dokus, Reportagen und Nachrichten untersucht. Die Studie von zwei Hochschulen in Wismar und Rostock wurde von der Malisa Stiftung, hinter der Schauspielerin Maria Furtwängler und ihre Tochter Elisabeth stehen, und der zu Bertelsmann gehörenden Produktionsfirma Ufa gefördert. Betrachtet wurden in Stichproben Sendungen in acht öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern im Jahr 2020, die zwischen 18 und 22 Uhr gezeigt wurden.

Als Fazit nennt die Studie unter anderem dies: Die Betroffenen von geschlechtsspezifischer Gewalt kommen demnach nur in acht Prozent der Darstellungen ausführlich selbst zu Wort. Zudem fehlten bei der Ausstrahlung von Gewalt häufig Vorabwarnungen über den Inhalt sowie Hinweise auf Beratungs- und Unterstützungsangebote für Betroffene.

Quelle: ntv.de