Der TagSüdafrika muss sich neu sortieren
Nun ist es amtlich: Die südafrikanische Regierungspartei African National Congress (ANC) hat nach 30 Jahren die absolute Mehrheit verloren. Sie erhielt laut dem Endergebnis der Wahlen vom Mittwoch 40 Prozent der Stimmen. 2019 hatte sie noch 57,5 Prozent der Stimmen erhalten.
Präsident Cyril Ramaphosa muss nun eine Koalitionsregierung auf die Beine stellen. "Die Menschen erwarten von ihren Anführern, dass sie eine gemeinsame Basis finden", sagt Ramaphosa. "Die Sitze, die wir halten, gehören nicht uns." ANC-Generalsekretär Fikile Mbalula hatte zuvor Gespräche mit anderen Parteien angekündigt.
Der ANC könnte sich mit der neuen linksgerichteten Partei uMkhonto weSizwe des skandalumwitterten früheren Präsidenten Jacob Zuma zusammentun, die aus dem Stand 15 Prozent holte. Doch das könnte Ramaphosa den Job kosten. Der Präsident könnte sein Glück auch mit der Democratic Alliance versuchen. Die größte Oppositionspartei mit einem Ergebnis von 22 Prozent gilt aber in weiten Teilen des ANC als Repräsentantin der von Weißen dominierten Vergangenheit Südafrikas. Eine weitere Möglichkeit bestünde darin, eine Allianz kleinerer Parteien zu formen.