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Der TagSupreme Court erschwert Zugang zu Abtreibungspillen

13.01.2021, 12:49 Uhr
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(Foto: AP)

Die Berufung der konservativen Richterin Amy Coney Barrett an den Obersten Gerichtshof der USA wirkt sich zum ersten Mal sehr konkret auf ein in dem Land sehr umstrittenes Thema aus: Abtreibung. Der Supreme Court, in dem die Konservativen seit der Ernennung der überzeugten Katholikin die Mehrheit halten, erschwert US-Amerikanerinnen die Möglichkeit eines Schwangerschaftsabbruchs. In einer gestern veröffentlichten Entscheidung setzte das Gericht eine Regelung wieder in Kraft, wonach Frauen trotz Corona-Pandemie eine Klinik oder Arztpraxis persönlich aufsuchen müssen, um Abtreibungspillen mit dem Wirkstoff Mifepriston zu bekommen. Damit hoben die Obersten Richter die Anordnung einer unteren Instanz auf, dass angesichts der Pandemie Tabletten zur medikamentösen Abtreibung in den ersten Schwangerschaftswochen verschickt werden dürfen. Der Supreme Court folgte mit seiner Entscheidung einem Antrag der scheidenden US-Regierung von Präsident Donald Trump gegen die frühere Anordnung eines Bundesrichters.

  • Die drei liberalen Richter sprachen sich gegen die verschärften Auflagen aus. Die Entscheidung stelle eine "irrationale, ungerechtfertigte und unangemessene Belastung für Frauen" dar, schrieb Richterin Sonia Sotomayor.

  • Das Oberste Gericht stellt mit seinen Entscheidungen zu besonders strittigen Themen wie Abtreibung, Einwanderung oder gleichgeschlechtliche Ehen immer wieder wichtige Weichen für die US-Gesellschaft.

  • Die Richter werden auf Lebenszeit ernannt. Barrett hatte im Oktober 2020 die verstorbene liberale Justiz-Ikone Ruth Bader Ginsburg ersetzt.

Quelle: ntv.de