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Der TagTaliban veröffentlichen Erlass zu Frauenrechten - nur der Status quo

03.12.2021, 10:47 Uhr
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Proteste von Frauen gegen die Gesetze der Taliban wurden zum Teil brutal niedergeschlagen. (Foto: picture alliance / AA)

"Eine Frau ist kein Eigentum, sondern ein edler und freier Mensch" - in Ländern wie Afghanistan bedarf das leider Erwähnung, was selbstverständlich sein sollte. Dieser Satz stammt aus einem Erlass der radikalislamischen Taliban, die seit dreieinhalb Monaten wieder in dem Land an der Macht sind und nach ihrem Einmarsch in Kabul die Rechte von Frauen massiv beschnitten hatten. Zudem wird als eines der Rechte angeführt, dass niemand eine unverheiratete Frau oder eine Witwe zur Heirat zwingen oder zur Beendung eines Streits zur Verfügung stellen dürfe. Mit dem Erlass weisen die Islamisten Gerichte, Ministerien, Organisationen und religiöse Gelehrte an, ernsthafte Maßnahmen zur Durchsetzung von Frauenrechten zu ergreifen.

Der große Wurf ist das jetzt nicht: Die Positionen in dem Dekret sind insgesamt nicht neu und entsprechen den Regeln des Islam. Auch die bisherigen afghanischen Gesetze garantierten diese Rechte. Allerdings wurden sie auch vor der Machtübernahme der Taliban oft nicht gewährt. Außerdem ist nichts zu Bildung und Arbeit in dem Papier zu finden - viele Afghaninnen hatten ihre Arbeitsplätze verloren beziehungsweise die Büros nicht mehr betreten dürfen. Zudem wurden sie quasi aus dem öffentlichen Leben verbannt und müssen Kopftücher tragen.

Quelle: ntv.de