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Der TagTerrorexperte zweifelt, dass IS hinter Anschlag steckt

24.03.2017, 12:53 Uhr
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Eine Rose steckt im Zaun am Parlamentsgebäude in Westminster. (Foto: imago/i Images)

Die Terrormiliz Islamischer Staat beansprucht den Anschlag in London für sich. Der Propagandakanal Amak meldete gestern, ein "Soldat des Kalifats" hätte die "Operation" durchgeführt. Ein deutscher Terrorexperte hat daran Zweifel.

  • Es gebe Hinweise darauf, dass zwischen dem Attentäter und der Terrormiliz keine direkte physische Verbindung bestanden habe, sagt Terrorismusforscher Peter Neumann, der Leiter des internationalen Zentrums zur Erforschung von Radikalisierung am Londoner King's College. "Das leitet sich daraus her, dass der Islamische Staat offensichtlich selbst von diesem Anschlag überrascht war."

  • Neumann sagte, der IS habe zwar den Anschlag für sich reklamiert, aber es gebe IS-Publikationen, die in den vergangenen 24 Stunden veröffentlicht wurden, die die Vorfälle in London noch nicht erwähnen. "Und das bedeutet, dass offensichtlich die Leute in Syrien keine Ahnung hatten, dass er passiert."

  • Die Miliz sei zwar bereit gewesen, den Attentäter als "Soldaten des Kalifats" zu beschreiben, "aber offensichtlich wussten nicht alle oder wussten nur wenige im Islamischen Staat - wenn überhaupt-, dass da etwas im Kommen war".