Der TagTill wacht bei Timmy: Minister will über Nacht beim Wal bleiben
Timmy und Till - das ist seit einigen Tagen eine Art unfreiwilliges Duo geworden. Da ist der Buckelwal, den Experten eigentlich in der Bucht vor der Ostsee-Insel Poel in Ruhe sterben lassen wollten. Und dann ist da Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus von der SPD, der zunächst am Rat der Wal-Fachleute festhielt und die Entscheidung gegen alle Widerstände verteidigte - und dann doch Aktivisten einen Rettungsversuch unternehmen lässt. Diesen verfolgt der SPD-Politiker aus nächster Nähe und auch bei Nacht: Der Minister wird nach eigener Aussage die Nacht vor Ort auf einem Fischereiaufsichtsboot verbringen. Er wolle mit einem Nachtsichtgerät beobachten, was weiter passiere, sagte er. An Schlaf werde nicht zu denken sein, aber er sei hart im Nehmen. Er habe in den vergangenen Wochen überhaupt wenig geschlafen. Bleibt abzuwarten, wem diese Rettungsaktion am Ende mehr dient: Till oder Timmy?
Bereits seit rund drei Wochen ist der Buckelwal in der Bucht. Nachdem er tagelang im bauchtiefen Wasser festlag, schwamm er am Morgen plötzlich los. Nach zwei Stunden blieb er jedoch am Ausgang der Bucht wieder im flachen Wasser liegen, unweit der Fahrrinne. Helfer hatten zuvor Schlick unter dem Tier weggeblasen, um ihm den Start zu erleichtern. Es ist ein Kampf gegen die Zeit: In der Nacht soll der Wasserstand sinken. Der Rettungsaktion war ein juristisches Tauziehen vorausgegangen.